Nystagmus kommt aus dem Griechischen und bedeutet in der deutschen Sprache Schläfrigkeit oder unkontrollierbare Zuckungen eines Organes. In den meisten Fällen bezieht sich dieser Begriff auf das Zucken der Augen, wobei auch nur eine Seite des Gesichtes betroffen sein kann.

Der Augenmuskel erhält ständig Signale aus dem Gehirn und das kurzzeitige Schließen und Öffnen der Lider erfolgt automatisch, ohne dass die Menschen diesen Vorgang bewusst wahrnehmen. Wird Staub in die Augen geweht oder sie werden mit einer Flüssigkeit bespritzt, so schließen sich die Lider reflexartig. Durch diese Reaktion sollen die Augen vor Fremdkörpern geschützt werden. Auf der anderen Seite können wir das Schließen und Öffnen der Lider auch bewusst steuern. Es ist sogar möglich, dass nur rechts oder links das Lid geschlossen wird.

Fast jeder Mensch hat es schon einmal erlebt, dass es zu einem unkontrollierten Augenzucken kam. In den meisten Fällen ist nur eine Seite betroffen und auch nur das obere oder untere Lid. Diese kurze Bewegungsfolge können wird nicht steuern. Die Ursache muss nicht gleich eine schwere Erkrankung sein, auch Müdigkeit oder Stress können dafür infrage kommen. Nach einer ausreichenden Ruhephase sind diese Symptome wieder verschwunden.

Was tun, um das lästige Augenzucken zu beseitigen?
Zuerst sollte versucht werden, den ungewollten Stress zu vermeiden oder bei Müdigkeit ausreichend zu schlafen. In diesen Fällen ist das Zucken nach einigen Stunden wieder verschwunden. Auch das Umstellen der Ernährung kann helfen, die ungewollten Bewegungen der Lider zu vermeiden.

Augenzucken – Mangel durch geringes Magnesium im Körper

magnesium nahrung

Ein ausreichender Magnesiumhaushalt sollte durch die Ernährung gewehrleistet werden.

Sollte das Augenzucken nach einigen Tagen nicht verschwinden, so ist ein Arzt aufzusuchen, welcher durch seine Diagnose die Ursache herausfinden wird. Eine der Möglichkeiten wäre, dass die Ursache im Mangel von Magnesium im Körper zu sehen ist, was auch der Grund führ häufigere Wadenkrämpfe sein kann. Durch diese Mangelerscheinung wird die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln negativ beeinflusst. Durch diese gestörte Funktion kommt es zum ungewollten Zittern an den Augenlidern. Die Behandlung ist bei diesem Krankheitsbild recht einfach, denn es wird dem Patienten zusätzlich Magnesium verordnet. Dieses Medikament kann auch als Brausetabletten gekauft werden, was besonders die Einnahme bei Kindern erleichtert. Nach wenigen Tagen ist das Augenzucken verschwunden. Um auf die Einnahme der Tabletten komplett zu verzichten, ist es ratsam Lebensmittel zu essen, welche besonders viel Magnesium enthalten. An vorderster Front stehen Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Nüsse und Pinienkerne. Etwas weniger von dem Element enthalten Roggenbrote, Schweinefleisch und Fische. Trotzdem sollten diese Lebensmittel auf dem Speiseplan nicht fehlen und besonders Fisch ist für die allgemeine Gesundheit sehr förderlich.

Augenzucken Ursachen – Über Vestibulitis, Tumor und Gendefekt

augenlidHinter dem Augenzucken kann auch eine ernsthafte Erkrankung stecken und häufig stellt der Arzt die Diagnose von Vestibulitis. Diese Viruserkrankung geht vom Ohr aus und es wird dadurch das Gleichgewichtsorgan gestört. Übelkeit und Schwindelgefühl sind einige der Symptome bei dieser Erkrankung. Es kommt in einigen Fällen zum Augenzittern, was zuerst den außenstehenden Personen auffällt. Diese Patienten glauben oft, unter einer schweren Erkrankung zu leiden. So dramatisch ist die Situation zum Glück nicht, denn nach einigen Tagen verschwinden die Beschwerden von selbst wieder.

In einigen Fällen ist das Augenzittern angeboren. Die Mediziner können leider nicht sagen, was der genaue Grund ist. Angenommen wird, dass es sich um einen genetischen Defekt handelt, wobei die betroffenen Menschen mit diesem Problem recht gut leben können. Mit verschiedenen Medikamenten können die Bewegungen minimiert werden, wobei ein kleines Zittern allerdings sichtbar bleibt.

In seltenen Fällen könnte hinter dem Augenzittern auch ein Tumor stecken. Besonders wenn die Patienten unter starken Kopfschmerzen leiden und es zu einer Persönlichkeitsveränderung kommt, sollte vom Arzt genauer hingeschaut werden. Es können auch Ohrensausen und eine Schwerhörigkeit auf beiden Ohren auftreten. Sollten diese Erscheinungen bei einem Patienten auftreten, so sollte zumindest kontrolliert werden, ob sich ein Tumor gebildet hat oder nicht. Wird die Diagnose Tumor festgestellt, so ist es für die Patienten ein Schock. Besonders Eingriffe am Gehirn sind sehr kompliziert und in einigen Bereichen ist eine Operation gar nicht möglich. In diesem Fall kann nur gehofft werden, dass eine Strahlentherapie Erfolge bringt.

Auch bei Multiple Sklerose kann bei einigen Patienten ein Augenzittern auftreten, was allerdings für diese Krankheit kein typisches Symptom ist. Da diese Erkrankung sehr viele Symptome zeigt, sind nicht alle Personen von dem Zittern an den Lidern betroffen. Multiple Sklerose verläuft bei jedem Patienten sehr unterschiedlich und deshalb muss jeder Erkrankte eine spezielle Therapie bekommen.

Missbrauch von Alkohol und Drogen

alkohol missbrauch

Starker Missbrauch von Alkohol und auch Drogen kann zum Augenzucken führen.

Der Konsum von erheblichen Mengen an Alkohol über eine längere Zeit kann ebenfalls zum Augenzucken führen. Durch den Missbrauch von Alkohol kommt es zur Mangelerscheinung vom Vitamin B1. Dadurch entstehen geschädigten Nervenbahnen im Gehirn. Verschiedene Signale werden nicht mehr korrekt übertragen und es kommt zu den unkontrollierbaren Bewegungen der Augenlider. Weitere Erscheinungen sind schwache, zittrige Gliedmaßen und die Patienten leiden häufig unter Gewichtsverlust. Die Betroffenen essen wenig und stecken ihr Geld lieber in den Alkohol. Für außenstehende Menschen deutlich erkennbar ist die Persönlichkeitsveränderung, ein Gedächtnisschwund und in schweren Fällen kommt die Desorientierung auch im nüchternen Zustand dazu. Das traurige an der Sache ist, auch durch eine sehr gute medizinische Versorgung, können die geschädigten Nerven nicht mehr hergestellt werden. Die Erkrankung kann gestoppt werden und manchmal treten auch geringe Verbesserungen auf, doch die Patienten bekommen ihr früheres, gesundes Leben nicht mehr zurück. Das ständige Augenzucken wird nicht mehr verschwinden und diese Menschen müssen bis zum Lebensende damit zurechtkommen.

Bei einer Veränderung der schlechten Lebensweise kann in einigen Fällen dem Problem sehr gut begegnet werden. Steckt eine echte Erkrankung dahinter, so müssen diese Patienten mit dem Zucken der Augenlider leben. Viele Betroffene haben sich an das Augenzucken so gut gewöhnt, dass sie diese Bewegungen kaum mehr bewusst wahrnehmen und dieses Zittern nicht als störend empfinden.